Ein Papierschiff überquert den Ozean auf einem Globus.

Von lokal über digital zu international

Es gibt keine Ausreden für mangelnden Erfolg in der internationalen Ausrichtung. Die Digitalisierung eröffnet KMU grenzüberschreitende Möglichkeiten und Chancen, sich im Ausland neue Absatzmärkte zu erschließen.

Durch die Ausweitung bestehender Geschäftsfelder eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, Unternehmenserträge zu steigern. Wenn Vertriebsmaßnahmen an ihre Grenzen stoßen, ist zu überlegen, ob diese Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes überschritten werden können. Durch Internationalisierung. Kleine und mittlere Unternehmen, die diesen Schritt gehen wollen, haben viele Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen. Denn das Internet macht es heutzutage so einfach wie in keiner wirtschaftlichen Phase zuvor, die Grenzen des nationalen Geschäfts zu überschreiten.

Selbermachen, networken oder helfen lassen: So schaffen KMU die Internationalisierung #jobwizards http://bit.ly/2qLsOQ6

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Vorbereitung ist alles

Vor dem ersten Schritt in die Internationalisierung aber sollten Sie sich die wichtigsten Fragen stellen – und beantworten. Häufig unterschätzt wird die Frage nach dem „Warum“. Warum soll überhaupt internationalisiert werden? Was genau wollen Sie damit erreichen? Kann die Internationalisierung zum Wachstum beitragen? Mit welchem Szenario begegnen Sie einem Stillstand oder auch einem Rückschritt, den Sie bei der Internationalisierung eventuell erleben? Am wichtigsten aber in dieser Phase ist es, sich auch wirklich die Zeit zu nehmen, die ein solcher Prozess in Anspruch nimmt. Ein wichtiger Punkt, den Ihre Strategie berücksichtigen muss: Denken Sie auch über den richtigen Zeitpunkt nach. Als erstes Unternehmen haben Sie die Chance, ungestört wahrgenommen zu werden. Als Zweiter oder Dritter können Sie vielleicht von den Erfahrungen, die andere schon gemacht haben, lernen. Internationalisierung ist ein großes Wort, das alles heißen kann. Legen Sie deshalb unbedingt fest, in welchem Land Sie beginnen wollen. Sich von angrenzenden Ländern Schritt für Schritt vorzubewegen, kann der richtige Weg sein, den andere Unternehmen schon erfolgreich gegangen sind.

KMU, die exportieren, erzielen 65 % ihrer Gesamterlöse durch den Export.

Mit einem Mausklick Grenzen überschreiten

Der einfachste und kostengünstigste Weg, den KMU beschreiten können, um sich internationales Geschäft zu sichern, beginnt gewissermaßen am eigenen Rechner. Wer sich in Eigeninitiative darum kümmert, neue Kunden zu finden, kann sich auf eine Vielzahl frei verfügbarer Marketing-Tools verlassen. So analysieren Sie mit Google Analytics die Besucher Ihrer Website, haben mit Hootsuite einen Alleskönner für Ihre Social-Media-Planung und können mit Lookalike Audiences von Facebook ganz einfach Daten einer Gruppe von bestehenden Kunden auswerten. Facebook sucht dann nach potenziellen Kunden, die diesen Bestandskunden ähnlich sind und spielt Werbung für diese Zielgruppe ganz gezielt aus. Mit diesem Tool müssen Sie sich mit Ihrer Kampagne nicht auf einzelne Länder beschränken. In englischer Sprache kann z. B. der gesamte EU-Markt erreicht werden. Länder, die die besten Ergebnisse liefern, rücken dann bei den nächsten Werbemaßnahmen in den Fokus.

Feste Netzwerke knüpfen

Vor einer fremden Sprache müssen Sie in Ihrem neuen internationalen Geschäftsfeld keine Angst haben. Die Weiterentwicklung und Professionalisierung automatischer Online-Übersetzungen hilft Ihnen, schneller ans Ziel zu kommen. Prüfen Sie, welche Geschäftspartnerschaften und Kooperationen international sinnvoll sein können. Business-Netzwerke wie XING, LinkedIn und ExploreB2B sind wertvolle digitale Werkzeuge dafür und bieten die Möglichkeit, Kontakte zu Kunden zu transformieren. Eine ganz andere Form des Networkings wurde erfolgreich in Finnland erprobt. Dort haben Unternehmen einen Weg der Kooperationspartnersuche gefunden, der auch für KMU interessant ist: Slush – eine Start-up- und Technikmesse –versammelt einmal jährlich Start-ups, Investoren, Unternehmer und Journalisten mit dem Ziel, mögliche Kooperationspartner zu finden. Unternehmen, die sich noch nicht um alle Aspekte der Internationalisierung selbst haben kümmern können, bietet sich dort die Chance, auf ein Start-up zu treffen, das sich eben gerade mit dieser Leistung auf dem Markt präsentiert. Und auch der Suche nach geeignetem Personal für den Aufbau oder Ausbau des internationalen Geschäfts innerhalb des eigenen Unternehmens wird hier ein geeignetes Betätigungsfeld geboten.

Wie der Staat helfen kann

Dass Unternehmen dort erfolgreich agieren, wo die Regierung die Digitalisierung unterstützt, zeigt ein Blick nach Dänemark. Dort führten die Verlangsamung des Produktivitätswachstums – die nicht beschränkt auf Dänemark ist, aber strukturell für alle Industrieländer eine Barriere darstellt – und die gesunkene Unternehmensinvestitionsquote zu sinkenden Exportchancen. Auch um dem zu begegnen, wurde ein digitaler Regierungsplan erstellt.

Mit der „Digital Strategy 2016–2024“ will Dänemark die enge Zusammenarbeit zwischen den Einwohnern und dem öffentlichen Sektor verbessern. Das beinhaltet auch, den Unternehmen effiziente Dienste und Förderungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Mit „MADE Digital“ wurde eine Innovationsplattform geschaffen, die eine länderspezifische Herangehensweise entwickelt, die gerade KMU hilft, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Speziell diesen Unternehmen wird bei folgenden Fragestellungen geholfen: Welcher meiner Geschäftsbereiche profitiert am meisten von der Digitalisierung, mit der ich dann die Internationalisierung voranbringe? Und suche ich für die Digitalisierung meines Unternehmens nach neuen Mitarbeitern, die Branchenerfahrung haben oder lieber nach Spezialisten, die vorher in Softwarefirmen beschäftigt waren?

Team & Transformation