Ein Mann arbeitet mit Smart Glasses an einer Werkbank

Smart Glasses für die Industrie – wenn Ihre Augen plötzlich viel mehr sehen

Können Sie sich vorstellen, den Servoantrieb einer riesigen, mehrstufigen Gasturbine zu montieren, wenn Sie dies noch nie zuvor gemacht haben? Wenn Sie erst einmal die eigens für diesen Zweck entwickelten Smart Glasses getestet haben, sagen Sie möglicherweise: „Kein Problem!“ Zdeněk Vrbka, Innovation Manager bei Konica Minolta, stellt die neue Technologie vor und berichtet von zwei Beispielen gelungener Zusammenarbeit und geglückter Pilotierungen mit Siemens in Brno, Tschechien.

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„Bei Gasturbinen handelt es sich um komplexe technologische Anlagen – um sie zu montieren, benötigt man technische Zeichnungen und Dokumente, Schemata und diverse technische Verfahren, was sehr zeitraubend ist. Deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht, die diese Arbeit erleichtert“, beschreibt Martin Bařák, Head of Technology bei Siemens Brno, die besondere industrielle und digitale Herausforderung bei der Pilotierung der intelligenten Augmented-Reality-Brille in der Produktionshalle der Siemens-Niederlassung im Industriegebiet von Brno. Die Ergebnisse der Pilotierungen sind großartig: Die Arbeiter und Kollegen, die in das Projekt involviert waren, waren von der einfachen Handhabung des Headsets plus Steuergerät angenehm überrascht – und die Tests haben sogar eine noch größere Effizienzsteigerung aufgezeigt als erwartet.

Intelligente Augmented-Reality-Brillen sind leicht und sehr einfach in der Anwendung

Doch gehen wir noch einmal ganz an den Anfang: Wie und wann erfolgte der Startschuss für das Projekt? „Alles begann vor etwa zweieinhalb Jahren – es gab ein Treffen zwischen dem Leiter der Forschung und Entwicklung von Siemens in Tschechien auf einem Innovationsevent im South Moravian Innovation Centre in Brno“, erinnert sich Zdeněk Vrbka von Konica Minolta. „Damals arbeiteten wir noch mit dem Prototyp der Smart Glasses. Wir nannten ihn Wearable Communicator – allerdings war er nicht so elegant und ausgefeilt wie die aktuelle Version.“ Die neuesten Smart Glasses haben ein sehr geringes Gewicht, stören nicht die Sicht, verfügen über eine Akkulaufzeit von acht Stunden und lassen sich sehr leicht anwenden. Doch wie funktioniert die intelligente Brille? „Zuerst sucht sich der Arbeiter die Bauteile zusammen, die er für die Montage des Servoantriebs benötigt. Die Brille hilft ihm dabei, sie zu erkennen, und zeigt ihm deren Nummer und Ablageort an. Anschließend wird er durch den animierten Assistenten Schritt für Schritt durch den gesamten Montagevorgang geführt, bis die Einheit fertig zusammengebaut ist“, erläutert David Fiala, Projektmanager Siemens.

Portrait

Zdeněk Vrbka
Innovation and Business Development Manager im Business Innovation Centre von Konica Minolta, der das Smart-Glasses-Projekt in Europa leitet. Zdeněk Vrbka ist ein Experte für die Zusammenarbeit in Smart-Glasses-Initiativen im Konica Minolta Business Innovation Centre in Brno, Tschechien. Zuvor (von 2008 bis 2014) arbeitete er in diversen innovativen Unternehmen im Bereich Geschäftsentwicklung und übernahm Vertriebsfunktionen wie die des Vertriebs- und Marketingleiters. Als Innovation Manager für Smart Glasses ist Zdeněk Vrbka verantwortlich für die Entwicklung effizienter individueller Kundenlösungen und für das Aufsetzen erfolgreicher Geschäftsmodelle mit derzeitigem Schwerpunkt auf dem europäischen Markt. Ab Oktober 2018 werden die Brillen in Tschechien, Österreich und Deutschland erhältlich sein.

Zdeněk Vrbka

Nutzer der Smart-Glasses-Technologie sind angenehm überrascht

David Komzák ist einer der Montagearbeiter bei Siemens, die die Smart Glasses bereits getestet haben: „Obwohl ich zum allerersten Mal eine solche Brille verwendet habe, war ich mit ihr in der Lage, einen Servoantrieb ganz allein zu montieren. Ich war sehr angenehm überrascht“, berichtet er. Und einer seiner jüngeren Kollegen fügt hinzu: „Nach einer kurzen Einführung konnte ich die Brille ohne weitere Unterstützung anwenden. Wenn ich in Zukunft die Wahl haben sollte, die Montage anhand einer technischen Zeichnung oder mit Hilfe der Smart Glasses durchzuführen, würde ich mich für die Brille entscheiden.“ Ein schönes Feedback und Kompliment für das Collaborative-Testing-Team. „Unser Team ist sehr begeistert von der Brille und ich bin stolz, dazuzugehören“, so Zdeněk Vrbka. „Der Vorteil der Zusammenarbeit mit dem Siemens-Werk in Brno ist die große Aufgeschlossenheit für innovative Projekte, die dort herrscht.“ Das Pilotprojekt hat in dem Werk von Anfang an große Unterstützung erfahren und es besteht ein Interesse daran, die Lösung in den täglichen Einsatz zu überführen, sobald sie auf dem Markt ist. „Jeder Testvorgang ist wirklich spannend“, sagt Zdeněk Vrbka. „Für mich ist Konica Minolta wie ein Start-up – ein mehr als 140 Jahre altes Start-up mit einer Leidenschaft für Innovationen“, fährt er mit einem Lächeln fort.

Infografik Arbeitsaufwand mit Smart Glasses

Smart Glasses verringern den Arbeitsaufwand immens im Vergleich zu ursprünglichen Prozessen

Datenbrille: Pilotoptionen ermöglichen große Flexibilität und Auswahl

Bisher bestätigen die Anwender, dass die Smart Glasses sehr benutzerfreundlich sowie flexibel einsetzbar sind, und bescheinigen der Plattform zur Steuerung der Smart Glasses und zur Erstellung von entsprechenden Inhalten einen hohen Nutzwert. Zukünftig könnten Arbeiter und Angestellte diverser Unternehmen die Smart Glasses ganz nach ihren Bedürfnissen und Wünschen einsetzen: Der eine möchte sicherstellen, dass er bei der Montage eines bestimmten Produkts keine Fehler macht, der andere möchte während der Montage lernen und üben – und mancher erfahrene Arbeiter trägt die Smart Glasses vielleicht, um Anleitungen für seine weniger erfahrenen Kollegen zu erstellen. Ein weiterer nutzt sie möglicherweise zur Unterstützung in einem ganz bestimmten Bereich. „Das Gute ist: Die Pilotoptionen und die eigens entwickelten Kundenlösungen ermöglichen große Flexibilität und Vielfalt für jeden Bedarf“, fasst Zdeněk Vrbka zusammen, „und selbstverständlich stehen die Menschen, die unsere Smart Glasses tragen, für uns an erster Stelle.“

Weitere Informationen:

Bisher wurde die Smart-Glasses-Lösung (WCC) in den Werken von Siemens und Honeywell in Tschechien sowie John Deere in Deutschland getestet. Alle Kunden haben ihre Anwenderfreundlichkeit in der Produktionsumgebung bestätigt (nach Tests von Dutzenden Arbeitern unterschiedlicher Kompetenzniveaus). Bei der Smart-Glasses-Hardware handelt es sich um die Produktionsversion mit CE-Zeichen; die Software ist die Alpha-Version – gut für Pilotprojekte; die Produkteinführung ist für Oktober 2018 in Deutschland, Österreich und Tschechien geplant.

Portrait junger Mann mit Smart Glasses

Junger Arbeiter mit Smart Glasses im Pilotprojekt in Brno. Die Smart Glasses bestehen aus zwei Komponenten: dem „Head-Mounted Display“ oder „HMD“  sowie dem „Controller“.

Ein schwarzes Gerät von Konica Minolta mit mehreren Knöpfen zur Steuerung der smart glasses

Smart Glasses: Zum „Head-Mounted Display“ gehört diese kleine Box, die „Controller“ genannt wird.

Junger Mann mit Smart Glasses in einer Fabrik

„Head-Mounted Display“, „Controller“ zum Umhängen und los geht‘s mit dem intelligenten Arbeiten: Zuerst sucht sich der Mitarbeiter die Bauteile zusammen, die er benötigt. Dann wird er von dem animierten Assistenten Schritt für Schritt durch den gesamten Montagevorgang geführt.

Screenshot Smart Glasses

Datenbrillen-Technologie fördert einen effizienten Arbeitsfluss – angefangen bei einem breiten Spektrum an Sensordaten über die Integration und Analyse von Daten bis hin zur Bereitstellung intelligenter Arbeitsanweisungen.

Screenshot Optical Element Smart Glasses

Smart Glasses überlagern die visuelle Realität mit den für eine Aufgabe erforderlichen Digitaldaten. Die auf dem Mini-LCD-Monitor im oberen Brillenrahmen angezeigten Digitalbilder werden durch ein transparentes Prisma geleitet und von dem holografischen optischen Element (HOE) so reflektiert, dass sie das Auge erreichen.

Ein Mann arbeitet mit Smart Glasses

Großzügig: Das virtuelle Smart-Display entspricht einem 42-Zoll-Display. Für ausführlichere Beschreibung der Smart Glasses hier klicken: https://www.konicaminolta.com/us-en/future/wcc/index.html#sthash.5ubM3NPB.dpuf

Blaue Maschine in einer Fabrikhalle

Mehrstufige Standard-Dampfturbine von Siemens in der Produktionshalle in Brno

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