Bild das schemenhaft RPA also Robotic Process Automation zeigt

RPA: Was genau ist Robotic Process Automation?

„Das geht automatisch!“ Im Fall von robotergesteuerter Prozessautomatisierung ist damit ein Trend gemeint, der die Arbeit der Zukunft prägen soll: Software-Roboter übernehmen einfache, sich wiederholende und zeitraubende Routineprozesse. So finden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Zeit für produktive, wertschöpfende Tätigkeiten.


Es ist eine Erfahrung, die fast alle KMUs teilen: Mit zunehmendem Kostendruck steigt die Notwendigkeit, möglichst effektiv und effizient zu arbeiten. „Wir sehen, dass Firmen ständig unter dem Druck stehen, ihren Wettbewerbsvorteil zu sichern. Das bedeutet vor allem, dass sie das Potenzial ihrer Experten voll ausschöpfen müssen“, beobachtet Marcel Cobussen. Er ist Senior Business Development Manager IT Services bei der Konica Minolta Business Solutions Europe GmbH.

RPA: Software und Roboter arbeiten automatisiert und übernehmen Routineaufgaben

Wie und wo Unternehmen mithilfe von robotergesteuerter Prozessautomatisierung Routineaufgaben im Geschäftsalltag durchführen lassen, zeigt das Beispiel eines großen Logistik- und Transportunternehmens.

Das Problem: Das Unternehmen sah sich zunehmend mit einer sinkenden Anzahl an Aufträgen konfrontiert, was das Tagesgeschäft gefährdete. Der Hauptgrund dafür: Es konnte nicht verfolgen, wo sich die Lastwagen gerade befinden und ob Artikel bereits erfolgreich geliefert wurden.

Die Lösung sieht nun so aus: Fast 400 eingesetzte Software-Roboter bewältigen jährlich mehr als eine Million Arbeitsschritte und -prozesse, 16.000 Arbeitsstunden wurden automatisiert. Aktuell sind es sogar schon 50 Prozent aller Termine sowie Prozesse, die vollständig automatisiert ablaufen, ohne dass menschliches Eingreifen erforderlich ist.

Robotic Process Automation funktioniert nur mit strukturierten Daten

Allerdings gibt es eine entscheidende Bedingung: Das Automatisieren von Prozessen funktioniert nur mit strukturierten Daten. „Ich kann kein Unternehmen werden, das künstliche Intelligenz einsetzt, wenn ich nicht auch ein datenorientiertes, ein datengetriebenes, ein digitalisiertes Unternehmen bin“, erklärt Prof. Dr. Stefan Wrobel, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, auf der Website des Instituts.

Spielen Daten eine derart zentrale Rolle, so müssen sie optimal strukturiert und sicher sein. Prozessautomatisierung bedeutet deshalb für Unternehmen, die nicht datenorientiert arbeiten, aktuell (noch) eine zu große Investition. Gerade für KMUs kann Prozessautomatisierung mit zu hohen Kosten verbunden sein.

RPA: Globale Marktchancen und ethische Überlegungen

Dennoch sind sich auf KI und Robotics spezialisierte Analystenfirmen und Trendforscher sicher, dass der weltweite Umsatz mit RPA-Software und Services zur Prozessautomatisierung in den nächsten Jahren rasant steigen wird. Bereits im Jahr 2025 werden unsichtbare Maschinen mehr Stunden arbeiten können als Menschen, hat das Weltwirtschaftsforum (WEF) in seiner Studie The Future of Workplaces 2025 festgestellt.

„RPA ist eine der wichtigsten Technologien des Jahres 2020 und die Umsetzung in der Praxis gewinnt nun wirklich an Fahrt“, erklärt Marcel Cobussen. „Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile und erleben die Verbesserungen, die der Einsatz von Robotern im Rahmen ihrer Unternehmenssoftware mit sich bringt.“

Werden Robotic Process Automation und Algorithmen also irgendwann einen Großteil aller Routinearbeiten in Unternehmen übernehmen? Auf dem Weg dahin sollten Verantwortliche drei ethische Aspekte nicht aus dem Blick verlieren:

  1. Roboter, egal welcher Art, ob mobil (mobile industrial robots) oder unsichtbar, sollten für Menschen immer als solche erkennbar sein.
  2. Menschen sollten stets genau wissen, was ein Roboter kann und was nicht.
  3. Menschen sollten Entscheidungen von Algorithmen und Robotern jederzeit nachvollziehen können.

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