Job Rotation, visualisiert als Karussel auf einem Jahrmarkt

Job Rotation – der richtige Dreh, um Produktivität zu steigern

Eingeführt wurde die Job Rotation, damit Fließbandarbeiter nicht so schnell ermüden. Heute geht es um mehr. Diese Form der Arbeitsorganisation fördert den Nachwuchs, qualifiziert alle Angestellten und vertieft die Fachkenntnisse.

Routine im Job gibt Sicherheit. Sie kann aber auch für Stillstand und Monotonie sorgen. Als Folge lässt die Konzentration nach. Fehler passieren. Das Konzept der Job Rotation hilft Ihnen, die Stärken Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. Und die Schwächen zu beseitigen.

Bevor Sie nun die Arbeit in Ihrem Unternehmen neu organisieren, stellen wir kurz unterschiedliche Methoden vor.

Methoden der Job Rotation

  • Auch ein Trainee-Programm funktioniert nach dem Prinzip der Job Rotation. Hierbei durchlaufen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ausbildung die unterschiedlichen Abteilungen und Bereiche eines Unternehmens. Sie lernen möglichst viele Abläufe, Anforderungen und Prozesse in kurzer Zeit kennen. Wenn möglich, geschieht das Kennenlernen sogar an verschiedenen Standorten.
  • Das Job Shadowing sieht vor, dass gerade neue Angestellte eine erfahrene Kollegin oder einen erfahrenen Kollegen wie einen Schatten begleiten. Sie schauen ihnen bei der Arbeit über die Schulter und lernen so viel schneller.
  • Beim Swapping tauschen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen festgelegten Zeitraum ihre Verantwortungen und Aufgaben untereinander. Hierbei handelt es sich um die reinste Form der Job Rotation. Wichtig beim Swapping ist, dass die Teilnehmenden gleich erfahren und qualifiziert sind.
  • Auch die Projektarbeit gilt als eine Form der Job Rotation. Bei einem Projekt arbeiten Teams aus ausgewählten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Diese Teamaufgabe kann aus dem gewohnten Arbeitsumfeld kommen, aber auch andere Bereiche betreffen.
  • Job Visiting ist ein Beispiel für eine weniger bekannte Form der Job Rotation. Hierbei übernimmt die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter zum Beispiel zu 80 Prozent eine neue Tätigkeit und behält zu 20 Prozent seine bisherige.

Job Rotation mit mehr Aufgaben und mehr Verantwortung

Beim Job Enlargement erweitern sich die Aufgaben, bleiben aber auf dem Anforderungsniveau der bisher ausgeübten Tätigkeit. Auch beim Job Enrichment gibt es neue Aufgaben, sie haben aber eine neue Qualität. Sie sind komplexer, herausfordernder. Zum Beispiel erhalten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mehr Verantwortung. Oder sie übernehmen die Führung der Gruppe. So sammeln sie Erfahrung.

So profitieren KMUs von der Job Rotation

Job Rotation bereitet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser auf Anforderungen vor. Sie hilft, Personalengpässe zu vermeiden und ermöglicht es, Positionen mit den richtigen Qualifikationen zu besetzen. Das aber sind noch nicht alle Vorteile, von denen Unternehmen und ihre Angestellten profitieren.

Wer körperlich hart arbeitet, den entlastet die Job Rotation. Das gilt für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Fabriken oder im Handwerk. So lässt sich körperlichen und physischen Belastungen vorbeugen. Wenn die Job Rotation mit neuen Aufgaben und Herausforderungen verbunden ist, führt das zu mehr Abwechslung und einer höheren Motivation. Das gelingt aber nur durch Maßnahmen, die den einzelnen mehr Verantwortung übertragen. Job Rotation bietet einen guten Ansatz, um das lebenslange Lernen im Unternehmen umzusetzen. Wer mitmacht, gestaltet seine Arbeit flexibler und vielseitiger.

Vom Kann zum Muss wird der Wechsel der Arbeitsplätze bei Schwangerschaftsvertretungen. Unternehmen, die mit diesem Ablauf Erfahrungen gesammelt haben, sehen auch in anderen Bereichen schneller die Vorteile. Unternehmen nutzen die Rotation gern als Maßnahme, um Kandidatinnen und Kandidaten direkt zu vergleichen. Das mag nicht jedem gefallen, hilft aber, eigene Stärken zu erkennen.

Was läuft in anderen Abteilungen? Welche Rahmenbedingungen herrschen dort? Und wie erfolgt dort der Wissensaufbau? Jeder neue Ablauf und jeder neue Ansatz beim Arbeitsplatzwechsel der Angestellten ermöglicht es dem Unternehmen, Wissenslücken zu schließen, wenn diese kündigen.

Bei der Job Rotation, dem Wechsel von Aufgaben und Funktionen nach dem Rotationsprinzip, profitieren alle: Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwendung und Umsetzung sind einfach und führen schnell zu Ergebnissen: #jobwizards http://bit.ly/32LrnDC

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Mögliche Nachteile der Job Rotation

  • Es kann passieren, dass Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter das in sie gesetzte Vertrauen missbrauchen. Nicht immer ist damit der Griff in die Firmenkasse gemeint. Auch der leichtfertige Umgang mit Daten oder deren Diebstahl lässt sich vermeiden.
  • Unterschätzen Sie nicht den Zeitverlust, der durch die Job Rotation entstehen kann. In bestimmten Abständen müssen Sie die wechselnden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder einarbeiten. Jobs zu erklären, Abläufe zu zeigen und zu überprüfen kostet Zeit und senkt die Produktivität.
  • Ein Wechsel kann möglicherweise auch zu Überforderung führen – im Unternehmen und bei den Angestellten. Neue Aufgaben, neue Abläufe und neue Anforderungen bringen Herausforderungen, die nicht jeder gleich meistern kann.
  • Erleben Sie die Rotation als Macht- oder Kontrollverlust, wenn eine Kollegin oder ein Kollege ab sofort Ihren Job macht? Leiden dann vielleicht auch Ihre Loyalität und Autorität? Unterschätzen Sie diesen Punkt nicht. Und sprechen Sie dieses Thema unbedingt in Ihren Teams an, bevor Sie sich für Job Rotation entscheiden.

Machen Sie sich nicht der Gesetzesübertretung schuldig, wenn Sie rotieren. Es gibt Tätigkeiten, für die eine Ausbildung, Zertifikate oder Vorkenntnisse unerlässlich sind. Wer ein Auto fährt, braucht ja auch einen Führerschein.

Job Rotation – einfach machen

Doch die Vorteile überwiegen die möglichen Nachteile. Probieren Sie die Job Rotation einfach mal aus. Finden Sie dafür einen Bereich im Unternehmen und dann starten Sie. Wenn Sie diese Tipps befolgen, erleben Sie, dass die Umsetzung ganz einfach ist:

  • Sprechen Sie mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bevor Sie das Projekt starten. Niemand wird strafversetzt, aber alle sollen und dürfen Fragen stellen und Bedenken äußern.
  • Stimmen Sie sich mit dem Betriebsrat ab. Das ist in größeren Unternehmen Pflicht. So sichern Sie sich ab, vermeiden Probleme und bekommen eventuell noch Hinweise für die Umsetzung.
  • Denken Sie an alle Formalitäten und unterstützen Sie Ihre Angestellten. Gerade Auslandseinsätze erfordern eventuell Arbeitserlaubnisse, Visa und Impfungen.
  • Erstellen Sie für das gesamte Projekt schon vor Beginn einen Zeitplan. So ersparen Sie allen Beteiligten Enttäuschungen und nehmen ihnen die Unsicherheit.
  • Dokumentieren Sie den gesamten Ablauf. Legen Sie die Erwartungen aller Beteiligten und die Inhalte vorher fest. So ist auch die Kontrolle der Ergebnisse viel einfacher.
  • Legen Sie Ziele fest. Geht es lediglich um Einblicke in andere Abteilungen oder um die fundierte Wissensvermittlung?

Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, diese Form der Arbeitsorganisation umzusetzen, legen Sie fest, welches Ihr übergeordnetes Ziel ist. Wollen Sie die Fachkenntnisse Ihrer Angestellten erweitern? Soll das Verständnis für Unternehmenszusammenhänge erweitert werden? Haben Sie vor, Führungskräfte zu entwickeln? Oder wollen Sie dorthin, wo die Job Rotation ihren Ursprung hatte? Dann nutzen Sie sie, um Jobs von ihrer Monotonie zu befreien.

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