Fünf Gründe für eine Business-IoT-Platform für KMU

Eine Business-IoT-Plattform liefert zuerst Funktionalität in Form von Zusatz-applikationen oder auch Firmware-Updates. IoT-Plattformen sind hardware- und softwareneutral. Sie managen komplexe Prozesse bezüglich eingesetzter Hardware und Software sowie deren Updates. Die IoT-Plattform kann auch in der Authentifizierung vieles übernehmen, das sonst mühselig in eingesetzter Hard- und Software administriert werden müsste. Für Administratoren, Nutzer und Anwendungsentwickler heißt das gleichermaßen: bequem zu handhaben.

Datenspeicherung und Verarbeitung soll einfacher, übersichtlicher und sicherer sein

Und schon reden wir über IoT-Plattformen. Als Mitarbeiter im Büro wären sie die Kollegen, die Verantwortung übernehmen, für Ordnung und Übersicht in der Aktenordnerablage sorgen und mitdenken, wenn es um interne Kommunikation und die individuelle Betreuung von Kunden geht. Übersetzt heißt das: Die Business-IoT-Plattform hilft bei der Einordnung, welche Daten wann wo analysiert und verarbeitet werden sollten und wie Prozesse abgebildet werden. Unterschiedliche Faktoren entscheiden darüber, ob die Verarbeitung an dem Ort passiert, an dem die Daten erstellt werden oder in der Cloud oder aber kombiniert, also hybrid. Eine Business-IoT-Plattform hat für KMUs den entscheidenden Vorteil, dass man als Kunde selbst in der Hand hat, welche Hardware und Software wann mit welcher Funktion ausgestattet wird. Dem Anwender wird die souveräne Entscheidung ermöglicht, welche Daten wo lagern, wie schnell der Zugriff ist – ebenso wann und ob sie überhaupt in eine Cloud wandern.

Lassen Sie sich nicht vom Schlagwort IoT einschüchtern. IoT heißt erstmal nur Erfassung digitaler Geräte. Verwenden Sie Sensoren, sind Sie schon auf dem halben Weg

Chris Rezendes, Gründer und Vorstand von Impact Labs

Das wird z. B. in der Fertigung relevant, wenn Statusmeldungen über Produktionsfortschritte geliefert werden müssen. Hier fallen große Datenmengen an. Diese zuerst in eine Cloud hochzuladen, dort zu verarbeiten und zu analysieren, danach das Ergebnis herunterzuladen – das würde in der Fertigung einfach zu lange dauern. In diesem Fall entscheidet man sich besser für Edge Computing. In einem Mix aus Edge und Cloud können in der Cloud vorbereitete Daten einer Intelligenz übergeben werden, die auf Basis aller gesammelten Daten die Entscheidungen trifft, ob etwas richtig montiert wurde.

Single Sign On macht das Leben einfach einfacher

Für eine vorbildliche Usability steht die Tatsache, dass ein Anwender immer denselben Authentifizierungsmechanismus für seine Systeme nutzt.

Der Anbieter von Authentifizierungslösungen Nymi aus Toronto/Kanada beispielsweise hat ein hochsicheres, tragbares Gerät mit einer einfach zu implementierenden Unternehmenssoftwarelösung entwickelt, durch die man sich an seinem Mobilgerät, dem Tablet, Laptop, PC oder auch an der Türe authentifizieren kann. Mit der „Nymi Enterprise Edition“ ist für Unternehmen die Einhaltung aller Regulierungen und Vorschriften gewährleistet mit dem Fokus auf garantiert hohe Datenintegrität.

Wichtig ist die Souveränität des Anwenders. Wann will er welche Hard- und Software mit welcher Funktion ausstatten? #jobwizards http://bit.ly/2D9GHjd

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Also: Überall ständig neu anmelden war gestern. Single-Sign-On-Mechanismen und Administration auf der Plattform sind die Zukunft. So muss sich also niemand auf mehrere unterschiedliche Plattformen einstellen, sondern kann sich tief in eine einarbeiten. Wer heute 15 verschiedene Cloud Services bucht, müsste alle an seinen Verzeichnisdienst, wie beispielsweise eine Active Directory, anbinden oder aber 15 verschiedene Nutzerdaten administrieren. In einer Business-IoT-Cloud-Umgebung kann Authentifizierung mit durchdachten Systemen einfach zu haben sein – ohne dass sich die Nutzer ins Thema einarbeiten müssen. Die Frage, wer auf welches Gerät oder welche Software zugreifen darf, wird in der Plattform beantwortet und muss nicht auf dem Gerät oder der dedizierten Software administriert werden.

Der Anwender muss sich nicht auf verschiedene Plattformen einstellen, denn der Zugriff auf Systeme erfolgt immer über dieselbe Bedienoberfläche.

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Was ist eine Active Directory?

Der Begriff wurde mit Windows 2000 eingeführt und steht für einen Verzeichnisdienst von Microsoft. Die zentrale Funktion von Active Directory ist die eines zentralen Verzeichnisdienstes für alle Objekte, also z. B. Drucker, Rechner, Benutzer und Benutzergruppen. Er ist hierarchisch gegliedert. Sehr einfach ausgedrückt, funktioniert er wie ein Telefonbuch oder eine Adressdatei. Warum gibt es das? Durch den Verzeichnisdienst ist ein Netzwerk leichter zu administrieren. Wenn Sie also, sagen wir mal, einen User suchen, dessen Name Ihnen nicht bekannt ist, können Sie ihn über diverse Attribute (z. B. seinen Standort) finden.

Nieder mit dem Diktat der Update Policy!

Für das Business-Umfeld ist es essentiell, dass Sie als KMU in der Lage sind selbst zu entscheiden, wann Sie welche Software oder welches Gerät mit welcher Funktion ausstatten. In vielen Cloud-Umgebungen gibt es mittlerweile die „Forced“ Update Policy. Der Kunde muss also auf die neueste Version updaten und diese nutzen. Für Anbieter solcher Lösungen ist das natürlich sehr bequem, weil sie so den Support für alte Versionen nicht mehr zu liefern brauchen. Im Business-Umfeld funktioniert das aber nicht und kann zu Problemen führen. Stellen Sie sich vor, dass in der neuen Version eine Funktion nicht mehr zur Verfügung steht. Warum? Der Lösungsanbieter hat herausgefunden, dass sie kaum genutzt wird. Irgendwo gibt es aber Kunden, die diese Funktion nutzen und vielleicht sogar ihre Business-Prozesse darauf ausgelegt haben. Sollte die Funktion nicht mehr zur Verfügung stehen, dann müssen eventuell die Business-Prozesse angepasst werden. Also braucht ein Unternehmen dementsprechend Vorlauf, sich darauf einzustellen.

Win-win-Situation durch IoT-Plattform als Manager

IoT-Plattformen sind hardware- und softwareneutral. Sie managen die Komplexität, die hinter dem Update und einer Software oder einer Hardware steckt. Für den Kunden ist das bequem. Er wählt einfach aus, was er mit welchen Updates bestücken möchte. Auch für Anwendungsentwickler ist es komfortabel, denn sie müssen sich um viele Funktionen keine Gedanken machen, weil die Plattform mit dem entsprechenden Toolset ausgestattet ist. Wenn nun ein neues Hardwaregerät oder eine neue Software auf den Markt gebracht wird, muss der Updatemechanismus nicht neu entwickelt werden.

Den Zeitpunkt eines Updates sollte man selbst festlegen können, damit er zu den individuellen Prozessen passt. Wird also zum Beispiel zwischen Mitternacht und 8 Uhr morgens nicht gefertigt, sollten Updates ausschließlich in dieser Zeit durchgeführt werden. Bei der Entwicklung des Geräts oder der Software muss nur der entsprechende Prozess berücksichtig werden. Der Kunde kann nun seine IoT-Geräte und seine Software zentral administrieren. Das nennt man eine Win-win-Situation – für alle Beteiligten.

Die Sicherheitsmechanismen der Plattform

Eine Plattform wird mit ganzheitlichem Sicherheitskonzept designt. Der Vorteil: eine durchgängige und mit allen wesentlichen Schnittstellen kompatible Infrastruktur. Davon profitieren also alle Anwendungen und Funktionen. Sie müssen nicht separat betrachtet und geplant werden. Das ist zum Beispiel wichtig bei Steuerungssoftware für Maschinen. Überall wo Daten übermittelt werden, stellt sich automatisch die Frage nach der Sicherheit der genutzten Systeme, denn einen unberechtigten Zugriff auf Daten und Anlagen müssen Sie zuverlässig ausschließen können. Gerade weil viele IT-Abteilungen von Mittelstandsunternehmen schlicht überfordert sind mit den Herausforderungen zum Schutz der eigenen Infrastruktur und der Daten, stellen die Sicherheitsmechanismen einen wesentlichen Vorteil von IoT-Plattformen dar.

Infografik zur Nutzung von Business IoT-Plattformen durch Unternehmen

Vier von zehn Unternehmen nutzen IoT-Plattformen. Welche Bedeutung haben IoT-Plattformen für Unternehmen

Natur und IoT? Funktioniert!

In unserem Artikel „Was ist eine IoT-Plattform und wozu brauche ich sie?“ hatten wir einen konkreten Blick auf die Autofertigung geworfen. Jetzt sind wir in einer ganz anderen Welt zu Gast.

Die Floristen und Gemüsebauern von Quansett Nurseries in Westport, Massachusetts/USA machen große Gewinne mit kleinem Gemüse, das sie an Restaurants verkaufen. Um ihren Radieschen, die es warm und feucht mögen, dem Basilikum, der es warm und trocken mag und all den anderen Gemüsen mit ihren individuellen Bedürfnissen beste Wachstumsbedingungen zu bieten, haben sie ihr Gewächshaus geviertelt und jeweils ein ausgeprägtes Nanoklima geschaffen. Auch hier geht es zum Wohl der kleinen Sprösslinge um Big Data. Sensoren erfassen alle Daten zu Licht, Feuchtigkeit und Temperatur und schicken sie an einen für die Remote-Feldanwendung entwickelten mobilen Computer. Die Software kümmert sich nun um das jeweilige perfekte Klima. Eine Business-IoT-Plattform kann sich also auch um das Wachstum und Wohlergehen von jungem Gemüse kümmern. Die gesammelten und ausgewerteten Daten führen zu einem immer sensibler werdenden Umgang mit den schmackhaften Zöglingen. So können die Quansett Nurseries umgehend auf Bedingungen und Bedürfnisse reagieren. Die Mitarbeiter beobachten, wie die Plattform die Versorgung der sensiblen Pflänzchen managt, anstatt jeweils auf die Ergebnisse eines falschen Mikroklimas reagieren zu müssen.

Künstliche Intelligenz für Genießer

Noch ein Beispiel aus der Landwirtschaft, auch aus Massachusetts/USA, sind die Winzer vom Salt Creek Vineyard nahe South Dartmore – an der Küste gegenüber der berühmten Insel Martha’s Vineyard.

Weinbauern sind mit ihrem Kapital – den Weinreben – dem Wetter und den natürlichen klimatischen Bedingungen ausgeliefert. Sie brauchen also sehr individuelle Mikroklima-Voraussagen um ihre Berieselung exakt zu steuern. Die fünf Weinfelder des Salt Creek Vineyard liegen zwar nahe beisammen, werden aber von drei Mikroklimata beherrscht. Große Temperaturdifferenzen, Helligkeit, Wind, der Einfluss vom Atlantik, der nur drei Meilen entfernt an die Küste brandet – das bedarf individueller Betreuung. Also liefern Sensoren vor Ort differenzierte Daten zu den individuellen Wetterbedingungen, teilweise gleichzeitig hier von strahlender Sonne und dort von Küstennebel. Die lernende IoT-Plattform stellt die Berieselung passend ein, ohne dass hier ein Winzer aktiv werden muss. Das System läuft und agiert eigenständig. Von Beschaffung und Auswertung der Daten bis zu den richtigen Rückschlüssen und aktiven Reaktionen. Mit dem Internet of Things zur perfekten Traube für einen besseren Wein!

Um tiefer in die Welt des modernen Winzerhandwerks einzusteigen, empfehlen wir den Job Wizards Beitrag Ein Hoch auf die digitale Transformation der Weinbranche“.

Wir sehen, die Möglichkeiten des Einsatzes von IoT-Plattformen ist bei weitem nicht auf die Welt der industriellen Fertigung und Bürokommunikation beschränkt. Chris Rezendes, Gründer und Vorstand von Impact Labs, die Quansett Nurseries und Salt Creek Vineyard betreuen, tritt der Aufgeregtheit ums Thema entgegen: „Lassen Sie sich nicht vom Schlagwort IoT einschüchtern. IoT heißt erstmal nur Erfassung digitaler Geräte. Verwenden Sie Sensoren, sind Sie schon auf dem halben Weg.“

Plattformen werden als Enabler für eine neue Automationsarchitektur fungieren mit dem Ziel ein Betriebssystem für nahezu vollständig autonome Systeme entstehen zu lassen

Prof. Dr. Thomas Bauernhansl, Fraunhofer Institut

IT-Plattformen sind Enabler

Die Rechenzentren-Netzwerker von Maincubes One hatten im September 2018 zur Fachtagung unter dem Motto „Wie Mittelstand und IoT sicher zueinander finden“ eingeladen. In Offenbach bei Frankfurt am Main diskutierte die Branche über das Thema Internet of Things. Dabei standen die digitale Fabrik, sichere Bezahlsysteme, sichere Mobilität und die Smart City im Fokus. Prof. Dr. Thomas Bauernhansl vom Fraunhofer Institut meinte bei seiner Keynote: „Plattformen werden als Enabler für eine neue Automationsarchitektur fungieren mit dem Ziel ein Betriebssystem für nahezu vollständig autonome Systeme entstehen zu lassen.“

Eine repräsentative Umfrage der Bitkom, dem deutschen Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, unter 553 deutschen Unternehmen ergab, dass bereits 43 % der deutschen Industrieunternehmen eine IoT-Plattform nutzen.

Die Zeiten sind vorbei, in denen die kleinen und mittleren Unternehmen aus Kostengründen nur die Aktivitäten der großen Player aufmerksam verfolgt haben und dann vorsichtig nachgezogen sind. Die Innovationsgeschwindigkeit im Bereich Internet of Things ist hoch und steigt weiter an. Abwarten ist wohl nicht die richtige Taktik. Einsteigen, dranbleiben und im laufenden Betrieb an die eigenen Bedürfnisse anpassen ist gerade für KMUs überlebensnotwendig.

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