Zwei Herren in Business-Kleidung sitzen auf einem Sofa und führen ein angeregtes Gespräch

Digitalisierung der Arbeit – neue Verantwortung für Führungskräfte

Lernfähige Maschinen, virtuelle Räume, neue Kundengruppen: Der digitale Wandel wird Unternehmen verändern und Entscheidungsträger müssen schon heute Verantwortung dafür übernehmen. Was bedeutet das für die Manager des Mittelstands?

Zugegeben – die Situation ist knifflig. Denn welche Veränderungen genau mit der digitalen Zukunft auf verschiedene Branchen zukommen, ist ungewiss. Vielleicht wird jedes Unternehmen, ob klein oder groß, einen Info-Broker beauftragen, der das immer größer werdende Daten-Chaos im Internet effektiv nach spezifischen Informationen durchforstet. Vielleicht werden sich Märkte verschieben. Oder Arbeitszeiten drastisch reduzieren, wie es der chinesische Internet-Milliardär Jack Ma prophezeit. Klar ist: Um solche neuen Herausforderungen zu managen, braucht es neue Zuständigkeiten. Wer übernimmt die Verantwortung für die digitale Transformation? In vielen Unternehmen ist die Zuständigkeit dafür nicht klar geregelt.

Studien zeigen unklare Verantwortlichkeiten

Eine Studie des Software-Anbieters IFS unter rund 500 Führungskräften aus über 20 Ländern kam 2016 zu dem Ergebnis, dass 86 Prozent aller Entscheider davon überzeugt sind, dass die digitale Transformation in den nächsten fünf Jahren eine wichtige Rolle in ihrer Branche spielen wird. Die spannende Frage, wer bzw. welche Führungskräfte (Chiefs) im Unternehmen federführend den digitalen Wandel verantworten, wurde dagegen kontrovers beantwortet – hauptsächlich genannt wurden CIO (Chief Information Officer), CEO (Chief Executive Officer) und CFO (Chief Financial Officer).

Digitalisierung ist Chefsache – aber wie genau?

Unklar ist vor allem, wer genau wofür zuständig ist. Sind es die Inhaber und Eigentümer, die Vorstandsvorsitzenden, die IT- oder die Finanzvorstände, die Pläne für das Unternehmen im digitalen Wandel schmieden? Werden die Mitarbeiter einbezogen und wenn ja, wie? Wer kann die Kosten seriös kalkulieren? Zunehmend ist zu beobachten, dass das Thema digitale Transformation so groß und umfassend wird, dass Unternehmen im Vorstand dafür einen eigenen Geschäftsbereich einrichten – den des CDO (Chief Digital Officer).

Investieren in den digitalen Wandel – Perspektiven

Fakt ist: Führungskräfte und Entscheider sind zunehmend von der digitalen Zukunft überzeugt. Doch tatsächlich in Digitalisierung zu investieren, ist oft leichter gesagt als getan. Viele Banken scheuen das damit verbundene Risiko. Um die Finanzierung von zukunftsweisenden Investitionen europaweit zu erleichtern, hat das EU-Parlament den Europäischen Fond für strategische Investitionen (EFSI) eingerichtet. Europaweit haben sich Förderbanken zu einem Netzwerk (NEFI) zusammengeschlossen, um sich über Best-practice-Lösungen bei der Finanzierung mittelständischer Unternehmen auszutauschen und Investitionen verstärkt zu ermöglichen. Und schließlich eröffnet die Europäische Union mit einer großen Investitionsoffensive internationale Chancen – erste Einblicke und spannende Geschichten liefert das vielsprachige Portal investEU.

Mit der Zukunft Schritt halten – aber wie?

Bei allen Unwägbarkeiten des digitalen Wandels: Was können Entscheidungsträger im Mittelstand tun, um mit der Zukunft Schritt zu halten?

  • Von zentraler Bedeutung ist, sich zu informieren, Kontakte z.B. zu Verbänden und Organisationen in der Branche zu knüpfen, sich auszutauschen und zu erfahren, welche digitalen Geschäftsmodelle, Vorbilder und Vorreiter es bereits gibt.
  • Festlegen, wer im Unternehmen dafür verantwortlich sein soll / sein könnte, die digitale Transformation zu ermöglichen.
  • Sich fit machen, mit welchen modernen Methoden der Zusammenarbeit und Ideen-/Innovationsfindung (z.B. Design Thinking) unternehmerische Zukunft gestaltet werden kann.
  • Neue Unternehmensziele und Geschäftsmodelle entwickeln – vielleicht sogar in Kooperation mit Kunden. Immer öfter beziehen Unternehmen ihre Kunden in die Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen ein.
  • Anerkennen, dass Zukunftsgestaltung ein steter Entwicklungsprozess ist. Kein Status Quo, auf dem man sich ausruhen kann. Jedes Computer-Programm braucht regelmäßig Updates – jedes Geschäftsmodell auch.
  • Sich zutrauen, als Entscheidungsträger im Mittelstand den digitalen Wandel mitzugestalten und Verantwortung dafür zu übernehmen – auch, indem man sich gegebenenfalls von digital kompetenten Experten dabei beraten lässt.

Die Digitalisierung des Arbeitsplatzes verlangt klare Führungsverantwortung in Unternehmen. #jobwizards http://bit.ly/2gu4O2G

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