Zwei urbane Herren vor einem Tablet und einem Laptop

Digitalisierung als Führungsthema: Immer mehr Unternehmen mit CDO

Die digitale Transformation ist nicht weniger als ein Kulturwandel. Sie muss auf allen Ebenen mitgedacht – und von oben vorgelebt werden. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb dedizierte Führungskräfte im Top-Management ein, die den Wandel vorantreiben sollen. Eine neue Studie zeigt: Europäische Unternehmen sind Vorreiter.

Chief Digital Officer, Chief Technology Officer oder gar Director of Digital Operations: Bei der Wahl des Titels gibt es einige Unterschiede. Der Trend hingegen ist sehr deutlich: Immer mehr Unternehmen ergänzen ihr Top-Management um Führungskräfte, die sich gezielt um die Umsetzung der digitalen Transformation kümmern. Eine neue Studie von Strategy&, der Strategieberatung aus dem Hause PricewaterhouseCoopers, belegt diese These – und zeigt eine beeindruckende Entwicklung auf: Innerhalb nur eines Jahres ist die Zahl der Top-Unternehmen, die sich einen eigenen CDO leisten, von 6 auf 19% gestiegen.

Für eine zentrale Digital-Strategie

Dabei wurden in der Studie nicht irgendwelche, sondern immerhin die 2.500 größten Unternehmen weltweit betrachtet. Dass die Anzahl der neuen Digital-Chefs in diesen Konzernen so schnell wächst, zeigt eines besonders deutlich: Unternehmen haben verstanden, wie wichtig eine einheitliche und zentrale Strategie für den digitalen Wandel ist. Denn: Einzelne Abteilungen vieler großen Konzerne sind häufig schon große und mutige Schritte in Richtung Digitalisierung gegangen, wie die Betreiber der Studie betonen. Was jedoch häufig fehlt, sei eine zentrale Stelle, die den gesamten Kulturwandel im Sinne des Unternehmens koordiniere. Schließlich geht es bei der Digitalisierung keineswegs nur um die Einführung neuer Technologien oder die Umsetzung einzelner Maßnahmen.

Häufig stehen, vor allem in großen Konzernen, politische und finanzielle Fragen im Vordergrund, die nicht auf der Ebene einzelner Abteilungen geregelt werden können.

Europäische Unternehmen sind Vorreiter

Bei der Frage der globalen Verteilung der neuen Digital-Chefs zeigt die Studie keine Überraschungen: Insbesondere Unternehmen aus Europa, Nordamerika und dem Mittleren Osten setzen CDOs ein. Die Geschlechterverteilung fällt dabei noch deutlicher aus – mit einem stattlichen Männer-Anteil von 84%. Eine klare Veränderung im Vergleich zur Vorjahresstudie zeigt jedoch der Blick auf die Branchenverteilung: Führten 2015 vor allem consumer-facing industries die Statistiken an, also Unternehmen aus den Bereichen Medien und Kommunikation, food and beverages sowie dem Transportwesen, so zeigt sich inzwischen die Versicherungsbranche als klarer Vorreiter – 35% ihrer Unternehmen haben Digitalisierungs-Verantwortlichen im Management.

Ein guter Ansatz – der fortgesetzt werden muss

Die Studie von Strategy& macht deutlich: Viele der größten Unternehmen haben erkannt, wie bedeutsam der digitale Wandel ist. Doch nicht nur das – auch die Wichtigkeit einer einheitlichen, zentralen Steuerung der Transformation wurde in vielen verinnerlicht. Bei einem Anstieg der Digital-Chefs von 6 auf 19% innerhalb nur eines Jahres lässt sich von einem starken Trend sprechen, jedoch bedarf es keines Pessimisten, um diese Statistik auch andersherum zu lesen: Nach wie vor bleibt CDO-Position in mehr als drei Vierteln der Großunternehmen weltweit unbesetzt. Hier wird die Digitalisierung entweder an anderer Stelle koordiniert, oder aber in kleinteiligen Maßnahmen einzelner Konzernbereiche gedacht. Es bleibt also zu hoffen, dass der Trend fortgesetzt wird. Denn: Wie auch immer diese neue Führungsposition betitelt wird – nur eine einheitliche Digitalisierung führt zu dem Kulturwandel, der erforderlich ist, um im digitalen Zeitalter weiterhin vorne mitzuspielen.

Immer mehr Unternehmen setzen Top-Manager zur Umsetzung einer einheitlichen Digital-Strategie ein. #jobwizards http://bit.ly/2eLG56h

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