Wer in Sachen Digitalisierung fit bleiben will, muss seine digitalen Kompetenzen trainieren.

Digitale Kompetenz – schrittweise besser werden. (Teil 2 von 3)

Gute Computerkenntnisse erforderlich? Auch. Aber vor allem ist die digitale Kompetenz zu einer komplexen Kulturtechnik geworden, deren Erwerb dringend empfohlen wird. Wer sich professionell und sicher im digitalen Ozean des 21. Jahrhunderts bewegen will, zieht am besten schon jetzt regelmäßig seine Bahnen – und trainiert die verschiedenen Kompetenzbereiche.

Digitale Kompetenz – schrittweise besser werden. (Teil 1 von 3)
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Das Kompetenz-Paket für die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts steht bereit. Es umfasst fünf verschiedene Bereiche:

  • Information und Datenkompetenz sowie Datenverarbeitung,
  • Kommunikation und Zusammenarbeit (Mitwirkung),
  • Erstellung digitaler Inhalte,
  • Sicherheit und
  • technische Problemlösung.

Zusammengestellt hat dieses Paket die EU-Kommission im Rahmenkonzept „DigComp 2.1“, das im Rahmen dieser Blog-Reihe bereits vorgestellt wurde.

Digitale Kompetenz – ein breites Fundament für die Zukunft

„PC-Kenntnisse erwünscht“ hieß es noch vor gar nicht allzu langer Zeit in Stellenausschreibungen, und gemeint war damit, dass man gut mit dem Computer umgehen können sollte. Das aktuelle Konzept mit den genannten fünf zentralen Bereichen digitaler Kompetenz geht jedoch weit über reine EDV- oder PC-Kenntnisse hinaus: Jeder der fünf Kompetenzbereiche umfasst noch einmal vier verschiedene Kenntnislevel mit je zwei Ausprägungen (siehe Schaubild unten) – vom Fundament (Level 1 und 2) über das mittlere Level (Level 3 und 4) bis zum fortgeschrittenen (Level 5 und 6) und zum hochspezialisierten Level (Level 7 und 8).

Digitalisierung: Mit einfachen Aufgaben anfangen – und besser werden

Das kennt wahrscheinlich jeder: Im Verkauf gibt es ein neues Kassensystem, für die Buchhaltung ein neues PC-Programm, in der Werkhalle eine neue Maschine oder im Vertrieb eine neue Datenbank. Manche der dort geforderten einfachen Aufgaben, Befehle und Anwendungen sind einem selbst oder den Mitarbeitern vielleicht bekannt, andere dagegen erscheinen in ihrer Komplexität zunächst wie ein Buch mit sieben Siegeln. Doch sobald die erste Schulung zum neuen Programm oder Gerät startet und eine Expertin oder ein Experte das neue Wissen vermittelt, versteht man, wie die neue Art zu arbeiten funktionieren soll. Im Idealfall bieten Mitarbeiter-Schulungen oder -Einführungen in neue Systeme auch die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Digitale Kompetenz ist ein Schlüsselbund für die Zukunft. #jobwizards http://bit.ly/2zRiQTY

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Innovation: Mentoren-Programme mit Zukunftspotenzial

Manchmal gibt es zur Unterstützung der Lernprozesse auch Mentoren-Programme wie zum Beispiel bei der internationalen Holding-Gesellschaft Benteler mit Sitz in Salzburg. Das Unternehmen mit etwa 30.000 Mitarbeitern in rund 40 Ländern verfügt über besondere Material-, Fertigungs- und Technologiekompetenzen in den Bereichen Automotive, Steel/Tube und Distribution. Damit jeder im Unternehmen ein tieferes Verständnis für die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens entwickeln kann, wird der interdisziplinäre Wissensaustausch von Anfang an durch das erfolgreiche Konzept „apprentice teaches apprentice“ gefördert, bei dem schon junge Leute ihr Know-how weitergeben. Mit großem Erfolg, wie eine Evaluation gezeigt hat. Eine gute Idee und ein Beispiel, das zeigt, wie digitales Wissen als Fundament (Level 1 und 2) für zunehmende Spezialisierungen aufgebaut werden kann.

Industrie 4.0 – lernen auf neuen Ebenen und Wegen

Wie Verbesserungen der digitalen Kompetenz im Bereich IT-Sicherheit erreicht werden können, zeigt die Deutsche Telekom AG mit etwa 226.000 Mitarbeitern, von denen mehr als die Hälfte außerhalb Deutschlands beschäftigt sind. Gleichzeitig arbeiten im Unternehmen verschiedene Generationen zusammen: Neueinsteiger, die als Digital Natives meist ein solides Fundament an digitaler Kompetenz mitbringen, genauso wie Mitarbeiter, die schon lange im Unternehmen sind, eine Lehre, eine Ausbildung oder ein Studium absolviert und sich während dieser Zeit unterschiedlich intensiv fortgebildet haben. Da IT-Sicherheit und IT-Sicherheitsexperten zunehmend nachgefragt werden, hat die Telekom eine Reihe verschiedener Schulungsprogramme aufgelegt – eine „Educational Chain“ –, mit dem Ziel, hochspezialisierte Cyber-Security-Professionals auszubilden. Zu dieser Educational Chain gehören verschiedene Ausbildungs-, Trainings- und Studienprogramme ebenso wie Workshops, praktische Übungen und Projekte. Durchschnittlich 3,6 Tage haben Mitarbeiter im Jahr 2015 an internen Fortbildungen teilgenommen und ihre digitalen Kompetenzen erweitert, rund 32.000 Seminare fanden statt. Eine Bilanz, die inspiriert – so könnte zunehmender Kompetenzerwerb in Unternehmen organisiert werden (Stufe 3 und 4).

DigComp 2.1: acht Kenntnislevel digitaler Kompetenz

DigComp 2.1: acht Kenntnislevel digitaler Kompetenz

Digitale Kompetenz – ein Schlüsselbund für die Zukunft

Führt man sich die fünf Kompetenzbereiche vor Augen und schaut man sich dazu die verschiedenen DigComp-2.1-Kenntnislevel vom Fundament bis zur Hochspezialisierung sowie die dazugehörigen Schlüsselwörter (main keywords) an, wird deutlich: PC-Kenntnisse waren gestern – die Digitalisierung hebt die Ansprüche an jeden Einzelnen und an jedes Unternehmen auf ein neues Level. Die in Zukunft zu lösenden Aufgaben und Probleme werden zunehmend komplex sein. Gleichzeitig geht es beim Erwerb der digitalen Kompetenz darum, schrittweise zu verstehen, was aufgrund der Digitalisierung gerade in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt passiert – regional, national und international.

Digitale Kompetenz – schrittweise besser werden, Teil 3

Die Arbeitswelt der Zukunft braucht spezialisierte und hochspezialisierte Mitarbeiter und Manager, die sich eigenverantwortlich, aktiv und kreativ an der Gestaltung der digitalen Arbeitsprozesse von morgen beteiligen – mit Ideen und Problemlösungen für eine Welt, die zunehmend komplexer wird. Mehr darüber im Blogteil 3.

Digitale Kompetenz – schrittweise besser werden.  (Teil 3 von 3)
Digitale Kompetenz – schrittweise besser werden. (Teil 3 von 3)
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