Zwei Personen gehen einen geschwungenen Gang entlang

Die Zukunft der Arbeit: Das müssen Unternehmen heute wissen

Digitalisierung, Globalisierung und demografischer Wandel verändern die Arbeitswelt und fordern Unternehmen heraus. Gleichzeitig bietet die Zukunft der Arbeit aber auch Chancen. Die Job Wizards erklären kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs), wie sich die Berufswelt entwickelt und worauf sie achten sollten.


Die Zukunft der Arbeit ist schon heute allgegenwärtig. Egal ob das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Robert Bosch Stiftung oder die internationalen Unternehmensberater von Ernst & Young, Roland Berger und PricewaterhouseCoopers, sie alle versuchen zu verstehen, wie wir morgen arbeiten werden. Sie alle wollen sich möglichst gut vorbereiten und einen Plan haben, wenn die Zukunft zum Jetzt wird.

Demografischer Wandel: Auch Angestellte werden älter

Ein zentraler Faktor, der die Arbeitswelt der Zukunft beeinflussen wird, ist der demografische Wandel. Europa wird älter – und somit auch der Teil der Bevölkerung, der arbeitet. Bis zum Jahr 2030 schrumpft der Anteil der Menschen im jungen und mittleren Alter deutlich. Hingegen wächst der Anteil der älteren Menschen erheblich. Die Folge: ein drastischer Rückgang der Berufstätigen im Alter von 15 bis 54 Jahren und zunehmender Konkurrenzkampf um junge Berufstätige.

Parallel dazu verstärkt sich ein Trend, den Forscherinnen und Forscher schon länger beobachten: Anders als noch im 20. Jahrhundert arbeiten mehr und mehr Frauen. Für die Zukunft bedeutet das, dass Frauen aller Altersgruppen künftig immer zahlreicher einer Arbeit nachgehen werden. Auch darauf müssen sich Unternehmen einstellen. Bei den Männern wächst vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nur die Gruppe der Beschäftigten, die mindestens schon ihren 55. Geburtstag gefeiert haben.

Alleinstellungsmerkmal: höherwertige Produkte und Dienstleistungen

Auch die fortschreitende Globalisierung beeinflusst die Arbeit der Zukunft. Sie bricht gewohnte Muster der Weltwirtschaft auf. So wandern Wirtschaftszentren, die über Jahrzehnte in Europa oder in den USA angesiedelt waren, verstärkt nach Asien. Und auch für die Zukunft gilt: Unternehmen werden noch häufiger in Ländern produzieren, in denen die Arbeitskosten deutlich niedriger sind.

Im Ausland entstehen dementsprechend Arbeitsplätze, die eine geringe Qualifikation erfordern. Anders als in Deutschland und Europa, wo mehr und mehr Menschen mit einer guten Ausbildung arbeiten. Aus dem Grad der Ausbildung ergibt sich zudem fast zwangsläufig, dass höherwertige Produkte und Dienstleistungen entstehen.

Doch die Globalisierung wirbelt nicht nur Berufsprofile und Produktionsschwerpunkte durcheinander. Sie sorgt auch für einen immer stärker werdenden Wettbewerb in der zukünftigen Arbeitswelt. Die Folge: zahlreiche technische Innovationen und eine steigende Produktivität. Nur Unternehmen, die hier mithalten können, haben eine Chance auf eine erfolgreiche Zukunft.

Digitalisierung schafft neue Arbeitsplätze

Neben der Globalisierung ist auch die Digitalisierung ein zentraler Faktor für die Zukunft der Arbeit. Eines gleich vorweg: Die Angst vor der Macht der Maschinen bestätigt sich nicht. So groß der Verlust an Arbeitsplätzen auch sein wird – das Entstehen neuer Berufe wird den Verlust alter Tätigkeiten ausgleichen. Die untenstehende Grafik zeigt, wie sich dieses Verhältnis bis 2035 in Deutschland entwickelt. Im restlichen Europa wird es ähnlich aussehen.

Für Spezialistinnen und Spezialisten und für gut ausgebildete Angestellte schafft die Digitalisierung prinzipiell mehr Arbeitsplätze. Oder gleich komplett neue Berufszweige: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nimmt an, dass 65 Prozent der heutigen Kinder künftig Tätigkeiten ausüben werden, die es bisher noch gar nicht gibt.

Unternehmen werden vor allem forschende, kommunikative, kreative, entscheidungsintensive und koordinierende Jobs verstärkt nachfragen.

Immer mehr Menschen werden bei Unternehmensdienstleistungen in den Sektoren Beratung, Recht, Verwaltung, Maschinenbau und IT arbeiten. Finanzdienstleister und das Gesundheits- und Sozialwesen werden wachsen und zukünftig mehr Stellen ausschreiben. Und auch die Kreativ- und Kommunikationsbranche wird speziell in der Werbung und im Marketing einen Beschäftigungsboom erleben.

Infografik über Die Anzahl der Arbeitsplätze die in Zukunft verloren gehen und hinzu kommen

Infografik über Die Anzahl der Arbeitsplätze die in Zukunft verloren gehen und hinzu kommen

Berufsbilder als Dinosaurier

Schon heute existieren auf dem Arbeitsmarkt neue Berufsgruppen für die es bisher weder eine Ausbildung noch einen Studiengang gibt. Dennoch sind es Berufsbilder mit Zukunft, die viele Unternehmen früher oder später beschäftigen werden. Eine Auswahl:

  • E-Commerce-Manager/-in
  • UX-Designer/-in
  • Data Scientist
  • Supply Chain Manager/-in
  • Mobile Developer/-in
  • Cyber-Security-Experte/Expertin
  • Content Creator
  • IT-Trainer/-in
  • App Developer/-in
  • SEO-Spezialist/-in

Andere Berufsfelder werden sich weiterentwickeln oder ganz wegfallen.

Vor allem Beschäftigte im traditionellen, verarbeitenden Gewerbe, zum Beispiel im Papier- und Druckgewerbe, im Handel und Verkehr sowie in der öffentlichen Verwaltung werden sich neu orientieren. Beispiele hierfür sind:

  • Groß- und Einzelhandelskaufleute
  • Bürokaufleute
  • Telefonistinnen und Telefonisten
  • Einkäuferinnen und Einkäufer
  • Fahrerinnen und Fahrer
  • Bankkaufleute
  • Gastronomieangestellte
  • Lagerarbeiterinnen und Lagerarbeiter
  • Mechanikerinnen und Mechaniker
  • Transportarbeiterinnen und Transportarbeiter

Ihre Aufgaben übernehmen zukünftig Roboter, künstliche Intelligenz (KI) oder raffinierte Software. Gerade Unternehmen, die immer mit denselben Abläufen produzieren, automatisieren zunehmend mehr Arbeitsschritte.

Im Allgemeinen sind die Digitalisierung und die demografische Entwicklung eine Bereicherung für die Zukunft der Arbeit: Da es langfristig rund 3,5 Millionen Arbeitskräfte weniger geben wird, können neue Technologien fehlende personelle Kapazitäten ersetzen oder ergänzen. Denn: Maschinen unterstützen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei schweren körperlichen Tätigkeiten, zum Beispiel auf dem Bau oder in Gesundheitsberufen. Fachkräfteengpässe werden also tendenziell durch beide Trends vergrößert.

So reagieren Unternehmen richtig auf den Wandel

KMUs gelten als Grundpfeiler der deutschen Wirtschaft. Um gut auf die zukünftigen Herausforderungen in der Arbeitswelt vorbereitet zu sein, sollten sich gerade kleinere und mittlere Unternehmen noch mehr mit digitalen Innovationen vertraut machen. Damit sie Kundenwünsche auch weiterhin erfüllen können, benötigen sie das digitale Know-how. Das Einstellen von entsprechenden Expertinnen und Experten ist ohne Alternative. Diese Anpassung nimmt Zeit in Anspruch, die Unternehmen nicht unterschätzen dürfen.

Auch die eigene Rolle als Arbeitgeber gilt es zu überdenken, verändert sie sich doch fortwährend und grundlegend. In Zukunft werden KMUs vor allem Personal suchen und anstellen, das menschliche Eigenschaften mitbringt, die künstliche Intelligenz nicht ersetzen kann. Die Technik verdrängt die Menschen nicht, sie unterstützt sie nur in immer neuen Bereichen.

Beschäftigte werden anspruchsvoller

Zudem müssen Unternehmen sich auf neue Wünsche und Vorstellungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einstellen. Die Gedankenwelt der Berufstätigen der Zukunft ist eine andere.

Bei der Wahl des Jobs achten junge Menschen vor allem auf den Sinn der Tätigkeit. Außerdem nimmt die Loyalität zum Arbeitgeber ab und das Jobhopping nimmt zu. Für die Mitarbeiterbindung ist deshalb ein wertschätzender Führungsstil sehr wichtig: Vorgesetzte überzeugen ihre Kolleginnen und Kollegen, weiterhin in ihrer Firma zu arbeiten, indem sie stets auf die Förderung ihrer persönlichen Stärken achten. Zudem steht lebenslanges Lernen für viele Beschäftigte im Vordergrund.

Unternehmen sollten sich und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dauerhaft Zugang zu guter Fort- und Weiterbildung garantieren.

Chefetagen müssen nicht nur ihren Führungsstil, sondern auch ihre zukünftigen Arbeitsmethoden überdenken und für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter offener gestalten. Flexible Projektorganisation kann starre und festgefahrene Arbeitsabläufe ablösen. Insbesondere Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger möchten am liebsten über den Ort und Zeitpunkt ihrer Arbeit selbst entscheiden.

Bundesministerien, Stiftungen, Unternehmensberatungen – die Zukunft der #Arbeit beschäftigt alle. Das wichtigste Ergebnis: Unternehmen müssen sich schon heute auf die #Zukunft vorbereiten. Jetzt die ganze Geschichte lesen #jobwizards http://bit.ly/37JQJTY

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