Eine Person sitzt am Schreibtisch vor einem Laptop und arbeitet.

Der perfekte Arbeitsplatz – zwei Subjektiven.

Jeder hat andere Vorstellungen vom perfekten Arbeitsplatz. Der eine liebt es, im Home Office zu arbeiten, die andere will morgens zur Arbeit ins Büro gehen, abends wieder heim. Argumente gibt es für beide Subjektiven genug. Wer hat recht? Beide!

In den 80er Jahren fing in den USA ein Trend an, der sich international durchsetzte: Home-Office. IT-Firmen wie IBM und Hewlett-Packard propagierten dessen Vorteile. Für IBM waren zeitweise 40% der Mitarbeiter von zuhause tätig. Während Arbeitgeber auch bei uns in Europa immer mehr die Vorteile des Home Office für sich entdecken, rudert man nun in Nordamerika wieder zurück. Laut Statistikportal Statista würden 41 Prozent der Büroarbeiter in Deutschland am liebsten einige Tage in der Woche von zu Hause aus arbeiten, nur 28 Prozent ausschließlich im Firmenbüro, und nur 20 Prozent allein im Home Office.

Wir haben zwei Menschen aus dem Corporate Business befragt, was sie antreibt und welche Vor- und Nachteile sie sehen.

Unsere Interviewpartner

Frauke Milbrecht
Frauke Milbrecht liebt die Arbeit im Home Office. Sie ist seit Frühling 2017 Global Customer Experience Leader bei den Nexans Global Headquarters Paris, hat schon mehrere Jahre Erfahrung mit dem Home Office gesammelt und arbeitet zurzeit drei Wochen pro Monat von daheim.

Frauke Milbrecht – Global Customer Experience Leader bei den Nexans Global Headquarters Paris

Elena Simutenkova
Elena Simutenkova bevorzugt das Firmenbüro. Sie arbeitet als Marketing Manager for Kitchen Appliances bei Philips France in Paris.

Elena Simutenkova – Marketing Manager for Kitchen Appliances bei Philips France in Paris

Wie teilt sich bei Euch die Arbeitszeit auf?

Elena Simutenkova:
„50% Management, also Ausblick und Planung, Auswertung, Performance-Optimierung.
25% Konsumenten- und Markt-Insights für die Entwicklung von regional relevantem Portfolio und Positioning, auch kundenspezifische Aktivierungsstrategien.
25% externe und interne Präsentationen und Produktvorstellungen für Kunden und Presse.
“

Frauke Milbrecht:
„Bei mir ist es halbe-halbe Stillarbeit und Interaktion.
Die Aufteilung der Arbeitszeit sieht so aus:
10% Koordination und Führung meines Teams, 
20% Interaktion mit Kollegen aus meiner Abteilung zur Abstimmung gemeinsamer Projekte,
20% Interaktion mit Kollegen aus anderen Abteilungen weltweit,
30% Strategische Arbeit, Reorganisation der Arbeitsweise in der Firma
20% operative Arbeit.“

Eine Untersuchung* hat ergeben, dass die Menschen im Home Office um 13% effizienter arbeiten. Frauke, arbeitest Du daheim effizienter?

Frauke Milbrecht:
„Ja! Das Leben im Home Office erfordert aber Disziplin. Gerade für Meetings, die dann per Skype abgehalten werden. Wichtig ist: Seid pünktlich! Seid vorbereitet!
Man muss schon schauen wer die Richtigen für den Call sind, ordentliche Vorbereitung und Nachbereitung sind wichtig. Skype-Meetings können viel konzentrierter ablaufen als persönliche Meetings im Büro. Die Leute sind, gerade im Skype zu mehreren, fokussierter.“

Elena Simutenkova:
„Ich habe einige Erfahrung mit dem Home Office, weil unsere Firma 1-3 Tage Arbeit zu Hause pro Monat erlaubt. Der Vorteil ist, dass ich mich nicht auf den Weg ins Büro machen muss und analytische Aufgaben erledigen kann ohne abgelenkt zu werden. Ganz persönlich arbeite ich auch gerne zuhause im Pyjama oder freue mich die Möglichkeit zu nutzen vor der Arbeit zu joggen, oder während der Mittagspause. Zeit und Energie, die ich für den Weg zur Arbeit aufwenden würde, nutze ich dann anders.“

Frauke Milbrecht:
„Im Home Office sehe ich das Problem, dass man sich auch mal Pausen zugestehen muss.
Ich bin manchmal in einem Tunnel. Deshalb will ich mir für die Arbeit zuhause Rituale angewöhnen, zum Beispiel: Frühstück privat, dann rüber in einen separaten Raum und dort an die Arbeit.“

Elena, welche Nachteile siehst Du beim Home Office?

Elena Simutenkova:
„Kein Austausch mit den Kollegen, nicht im persönlichen Gespräch um Rat fragen können. Die Kommunikation direkt mit einem Kollegen kann durch Technik nicht ersetzt werden. Arbeite ich zuhause, dann futtere ich schnell etwas vor dem Laptop anstatt eine ordentliche Mahlzeit zu mir zu nehmen. Im Firmenbüro liebe ich Start Up-Kultur, also sowohl mit der Möglichkeit konzentrierten Arbeitens wie auch Ruhephasen im Büro einlegen zu können und mich mit Kollegen auszutauschen.“

Frauke, was müsste Dir eingeräumt werden, wenn man Dich wieder täglich im Büro haben will?

Frauke Milbrecht:
„Ein Einzelbüro! Der Kollege am Schreibtisch nebenan oder in der Kaffeeküche fehlt mir am Arbeitsplatz nicht.“

Wohin geht der Trend für die Zukunft?

Elena Simutenkova:
„Unsere Firma fördert mehr und mehr die Arbeit im Home Office. Wir wandeln uns auch zu einer Firma, in der mehr eine Flex Desk Culture herrscht, also jeder die Freiheit hat täglich einen anderen Arbeitsplatz im Büro zu wählen. Ich denke, dass wir in Zukunft mehr Wahlfreiheit zugestanden bekommen wo wir arbeiten wollen, im Büro oder zuhause. Das wird die Büros in Ideen-Orte verwandeln, in Dreh- und Angelpunkte für Inspiration, gegenseitige Unterstützung und Unterstützung der Mitarbeiter durch die Firma.“

Frauke Milbrecht:
„Es ist eine größere Home-Office-Akzeptanz entstanden, die auch noch größer wird. Und sie fördert den Wechsel von zeitbasiert auf effizienzbasiert. Hier liegt für den Arbeitgeber die Verantwortung eine vernünftige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Und er muss ein ernsthaftes Monitoring durchführen, damit sich die Leute nicht selbst ausbeuten.“

Effizienz- statt zeitbasiert: Die Digitalisierung des Jobs fördert neue Arbeitsmodelle. #jobwizards http://bit.ly/2eL5m0e

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