Wie die Unternehmenskultur im Büro für Motivation sorgt

Das neue Büro – Arbeitsplatz und zweite Heimat (Teil 1)

Seitdem es Büros gibt, gibt es die Diskussion um deren optimale Struktur.

Leider fängt sie viel zu oft am falschen Ende an. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter Wertschätzung erfahren und Verantwortung übernehmen dürfen. Motivation ist der Motor, der uns antreibt. Aber was ist der Kraftstoff?

Gerade heute brauchen wir im Berufsleben Offenheit gegenüber Veränderung und nicht nur die Bereitschaft, sondern auch die Lust zum lebenslangen Lernen. Flexible Strukturen im Büro kommen den Bedürfnissen der Mitarbeiter entgegen. In den meisten Firmen basiert das Berufsleben aber immer noch stark darauf, dass wir strikten Regeln zu folgen haben, um in der Firma nicht negativ aufzufallen. Arbeitsanweisungen werden von oben nach unten gegeben, es herrschen feste Bürozeiten am festen Arbeitsplatz. Das wurde bisher gern auch als „Firmenphilosophie“ bezeichnet, aber als „Bei uns macht man das so“ ausgedrückt. New Way of Working, kurz NWoW, geht von den Bedürfnissen der Menschen aus, um mit einem „Mach’s so, wie du am besten zurechtkommst“ Motivation und Eigenantrieb zu fördern.

Ein gutes Beispiel, wie so etwas funktionieren kann, hat Microsoft schon vor über zehn Jahren in den Niederlanden gegeben. Dabei wurde sowohl die Arbeitsweise wie auch das Arbeitsumfeld neu gestaltet. Microsoft hat dabei die „10 NWoW Principles“ formuliert, um das neue Arbeitsmodell zu implementieren:

1. Wir arbeiten zeit- und ortsunabhängig
2. Vertrauen statt Kontrolle
3. Ergebnisse statt Anwesenheit
4. Führung statt Management
5. Zusammenarbeit mit klarem Plan und Ziel
6. Anleitung und Beratung statt Regeln
7. Dialog statt Anweisung
8. Die passenden Werkzeuge für den richtigen Job
9. Teile alles, was du tust
10. Übernimm Verantwortung

Quelle: http://www.managementexchange.com/story/microsoft-netherlands

Diese Regeln geben einen guten Einblick in Bezug darauf, was das Wesen von New Way of Working ausmacht.

Microsoft Niederlande hat durch die Umstellung eine messbar höhere Produktivität sowie einen niedrigeren Krankenstand erreicht und mehrfach beim Wettbewerb „Great Place to Work“ gewonnen.

Überall sprießen die Ideen.

m Google-Headquarter in Zürich gibt’s jetzt ein Aquarium, einen Massageraum und (kein Witz!) eine große Rutsche in die Kantine. Wirtschaftsprüfer Deloitte stellt in Amsterdam seinen Mitarbeitern pro Stockwerk einen Raum zur freien Verfügung, Tischkicker sind hier der Favorit. Lego hat für seine Büros in London und Singapur den festen Arbeitsplatz abgeschafft. Das Versicherungsunternehmen Axa bezog vor kurzem mit 650 Mitarbeitern ein neues Hauptquartier in Hamburg, wo Kokons zum Power-Napping einladen, ein Basketballfeld für Ablenkung sorgt und für Meetings das Ambiente von Sanddünen, Kiezkneipe oder Waldlichtung gewählt werden kann.

„Atmosphäre entsteht durch drei Dinge: den Raum, den Menschen und die Interaktion.“ – Thomas Weitershagen #jobwizards http://bit.ly/2AFNWu2

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In Bern gibt es nun ein BrainGym und ein ProjectGym.

Das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom hat kürzlich unter dem Label „Human-centered Design“ neue Arbeitsumfelder für seine Mitarbeiter geschaffen, und die sind begeistert. Im BrainGym, das wie ein großes Wohnzimmer aussieht, sind die Voraussetzungen für einen zwanglosen Austausch von Ideen gegeben. Auch außerhalb der Firma trifft es auf großes Interesse. Hier fanden schon eine TED-Konferenz und ein Social-Media-Gipfel statt. Das ProjectGym erklärt Christina Taylor, Head of Human-centered Design bei Swisscom, so: „Eine inspirierende Etage, mit der wir Projekte quer durch Swisscom zusammenbringen. Wir erhoffen uns eine ‚Friendly Competition‘ zwischen den Projektteams.“ Zur Zukunft des Bürolebens sagt sie: „Das Büro als Ort, an dem man acht Stunden am Tag allein hinter verschlossenen Türen sitzt, ist Vergangenheit. In Zukunft wird man bewusst unterscheiden zwischen konzentriertem Arbeiten hinter dem Bildschirm und dem kreativen Austausch. Bei der Zusammenarbeit stehen das Team, der Raum und unkonventionelle Methoden im Vordergrund.“

Touching and Inspiring Spaces

Wir haben uns mit dem Spezialisten für „Touching and Inspiring Spaces“, dem Architekten Thomas Weitershagen, über die Faktoren unterhalten, die das Arbeiten im Büro entscheidend beeinflussen, über neue Entwicklungen und über Fallstricke bei Transformationsprozessen. Er sagt: „Die Welt befreit sich gerade von der alten Arbeit. Klassische Orte der Arbeit, wie Schreibtisch und Fließband, werden sich nachhaltig verändern.“ Wie die Umgestaltung gelingen kann, erzählt er im Gespräch. Lesen Sie das Interview in Kürze auf Job Wizards.

 

Das neue Büro – Räume müssen inspirieren! (Teil 2)
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