Brainstorming – immer eine gute Idee

Sind Sie gerade wieder einmal aus einem Brainstorming gekommen, das keine Ergebnisse produziert hat? Das liegt sicher nicht am Thema. Vielmehr kann es daran liegen, wie Sie diese Kreativitätstechnik anwenden. Es gibt Regeln und Tipps für deren Umsetzung. Wenn sich alle daran halten, kann jedes Team tolle Ideen produzieren.

Es gibt Aufgaben und Problemstellungen, die sich nicht in wenigen Minuten lösen lassen. Vor allem nicht von einer Person allein. Also bittet die Teamleitung zu einem Brainstorming. Meist versammeln sich dafür Kolleginnen und Kollegen, sitzen in einem Raum, schauen erwartungsvoll – und nichts passiert.

Kommt dann doch mal ein Vorschlag, löst er sich alsbald in Luft auf: „Das haben wir schon mal probiert. Das bekommen wir so nie durch. Findet ihr das kreativ? Wir haben keine Kapazitäten für die Umsetzung.“ Am Ende steht das Team mit leeren Händen da. Schlimmer noch, alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind enttäuscht: Zeit verschwendet, keine Kreativität bewiesen, keine Ergebnisse produziert.

Das kommt Ihnen bekannt vor? Dann helfen Ihnen die nächsten Absätze bestimmt. Finden Sie hier Regeln, Tipps und Vorgaben, mit denen Sie das Meiste aus Ihren Brainstormings herausholen. Und erfahren Sie, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Wann sind Brainstormings überhaupt sinnvoll?

Am besten wenden Sie diese Methode der Ideenfindung an, wenn Sie eine Aufgabe haben, von der jeder erst einmal glaubt: „Dazu fällt mir nun mal gar nichts ein.“ Nutzen Sie Brainstorming-Methoden für Herausforderungen, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht alle Tage begegnen.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen liegt bei der Erreichung seiner Umsatz- und Ertragsziele zurück und fragt sich, welche neuen Zielgruppen es für sein Produkt erschließen kann.

So funktioniert ein erfolgreiches Brainstorming

Moderator: Jedes Brainstorming braucht einen Moderator oder eine Moderatorin. Er oder sie muss motivieren, stimulieren, fokussieren und strukturieren. Wichtig ist, dass diese Position neutral ist. Ideen aus persönlichem Interesse zu fördern, schadet dem Prozess und dem Ergebnis. Im Idealfall übernimmt diese Rolle deshalb nicht der Chef.

Diese Aufgaben sind Teil der Moderation:

  • Brainstorming vorbereiten, allen muss die Fragestellung und das Ziel bekannt sein
  • Agenda festlegen: Ablauf, Dauer und Zeit kommunizieren
  • Regeln aufschreiben und zum Brainstorming mitbringen
  • Einhaltung der Regeln beachten, Ideenfindung und Ideenbewertung sauber trennen
  • Analyse vornehmen, die Ideenbewertung moderieren und strukturieren
  • Ergebnis dokumentieren und an alle verteilen

Dauer: Begrenzen Sie die Zeit des Brainstormings. Und kommunizieren Sie vorher den zeitlichen Rahmen. So arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fokussierter. Von 5 bis 30 Minuten ist alles sinnvoll. Läuft es gut, können Sie immer noch ein paar Minuten anhängen. Für die Bewertung der Ideen sollten Sie sich noch einmal eine halbe Stunde lang Zeit nehmen. Insgesamt sollten Brainstormings nicht länger als eine Stunde dauern.

Auf die Frage kommt es an

Formulieren Sie eine klare, unmissverständliche Frage oder Aufgabenstellung. Ist sie das nicht, kommen Sie nicht zu einem guten Ergebnis. Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen während des gesamten Meetings die Frage nicht aus den Augen verlieren. Schreiben Sie sie deshalb groß auf ein Flipchart.

Diese vier Phasen braucht Ihr Brainstorming

Ideen finden

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand. So können sie ihre Ideen aufschreiben, wenn sie oder er nicht zu Wort kommt, weil andere gerade reden.

Ideen festhalten

Alle Ideen werden von der Moderatorin oder dem Moderator auf Karten notiert und aufgehängt.

Ideen bewerten

Alles, was als nicht umsetzbar gilt, fällt sofort raus. So bleibt am Ende eine Liste übrig, die ausschließlich vielversprechende Ideen enthält.

Ideen nachbereiten

Was nützt die tollste Idee, wenn sie niemand weiterverfolgt? Identifizieren Sie bei der Auswertung gemeinsam, welche Ideen Sie weiterverfolgen. Benennen Sie Verantwortliche und legen Sie schriftlich fest, welche Schritte als nächstes notwendig sind, um die Themen umzusetzen. Und um einen Lösungsansatz zu finden.

Vier Grundregeln beim klassischen Brainstorming

Der wohl wichtigste Aspekt dieser Kreativitätstechnik: Brainstormings brauchen klare Regeln und einen immer gleichen Ablauf. Am einfachsten machen Sie es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, auf neue Ideen zu kommen, wenn Sie diese Regeln am Beginn des Meetings auf Flipcharts oder einem Whiteboard sichtbar machen.

  • Kritik ist verboten

Bewerten Sie auf keinen Fall die Ideen, seien sie auch noch so abwegig. Geben Sie allen in der Gruppe immer die Möglichkeit auszureden. Und vermeiden Sie Sätze wie: „Das funktioniert nicht.“ Diese unterbinden jegliche Kreativität.

  • Quantität schlägt Qualität

Ermuntern Sie jeden im Team, sich bei der Ideenfindung nicht selbst zu zensieren. Jeder will gern glänzen, aber jetzt ist noch nicht die Zeit der Bewertung. Alles muss raus. Denn viel hilft viel.

  • „Meine Idee“ gibt es nicht

Ideenklau ist ausdrücklich erwünscht. Es gibt auch kein „Das habe ich zuerst gesagt“. Ideen werden aufgenommen und weitergedacht. Das fällt nicht jedem leicht, ist aber notwendig für das Ergebnis.

  • Immer drauflosspinnen

Brainstormings sind Meetings, die sich von normalen Meetings unterscheiden – und unterscheiden müssen. Wenn also alles konfus erscheint, läuft es richtig. Eine auf den ersten Blick völlig absurde Wortmeldung bringt vielleicht eine andere Teilnehmerin oder einen anderen Teilnehmer in der Gruppe auf die Idee.

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Fünf Fehler vermeiden

1. Nutzen Sie Brainstormings nicht dafür, das Team einzubinden, wenn die Entscheidung längst gefallen ist.
2. Beginnen Sie nicht, ohne eine konkrete Fragestellung aufgeschrieben zu haben. Jedes Brainstorming braucht eine klare Struktur.
3. Brechen Sie den Ideenfindungsprozess nicht zu früh ab. Halten Sie auch ein Schweigen aus. Und fragen Sie dann nach möglichst vielen weiteren Ideen.
4. Geben Sie als Moderatorin oder Moderator nicht die Zügel aus der Hand. Hält sich niemand an die Regeln, wird es nie zu klaren Ergebnissen kommen.
5. Setzen Sie schweigsame Kreative nicht unter Druck. Die Direktansprache wird niemanden motivieren, wenn er oder sie bis jetzt noch gar nichts gesagt hat.

Und wenn das Brainstorming nichts bringt?

Die Frage ist verständlich formuliert, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind motiviert – aber es kommt nicht mal im Ansatz zu einem Ergebnis.

Das muss nicht daran liegen, dass Ihnen Fehler bei der Vorbereitung, Durchführung oder Auswertung Ihres Brainstormings unterlaufen sind. Es gibt auch andere Gründe.

  • Die Hierarchie im Unternehmen ist so stark, dass sich niemand vor dem Chef mit einer vermeintlich dummen Idee blamieren möchte.
  • Introvertierte Teilnehmerinnen oder Teilnehmer trauen sich nicht, überhaupt etwas zu sagen.
  • Und wer warten muss, seine Idee vorzutragen, weil gerade jemand anderes redet, gibt irgendwann auf.

Das heißt aber nicht, dass Sie völlig auf diese Kreativitätstechnik verzichten sollten, um kreative Lösungen zu finden. Wenden Sie einfach eine verwandte Methode an.

Brainwriting

Beim Brainwriting werden Ideen nicht mündlich in der Gruppe vorgestellt. Jeder lässt der eigenen Ideen freien Lauf und hält sie schriftlich fest. Anonym kann es dann auch mit der Ideenbewertung weitergehen: Ideen an der Wand werden mit farbigen Klebepunkten priorisiert. Das hilft introvertierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich nicht gern vor Publikum äußern möchten. Hierarchiestufen verlieren ihre Bedeutung. Niemand wird eingeschüchtert. Und niemand, der für sich denkt, kann durch die Gruppenmeinung beeinflusst werden. Jeder ist Teil dieses Brainwriting-Pools.

Die 6-5-3-Methode

Noch klarer ist diese Struktur der Gruppenarbeit: Sechs Mitglieder entwickeln in fünf Minuten je drei Lösungsvorschläge. Jeder bekommt dafür ein Blatt mit einer Tabelle, die aus drei Spalten und sechs Zeilen besteht. In den obersten drei Spalten notiert jeder seine drei Ideen. Dafür hat er fünf Minuten Zeit. Dann werden die Blätter an den nächsten weitergegeben. Der nimmt jetzt die bereits notierten Ideen und arbeitet sie aus: An der Lösung haben so alle mitgearbeitet.

Brainswarming

Auch bei dieser Kreativitätstechnik werden die Ideen einzeln aufgeschrieben und gesammelt – auf Post-its. Dann pinnt jeder seine Zettel an die Wand. Danach sortieren alle gemeinsam die Vorschläge. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann sich einbringen. Eine Moderatorin oder einen Moderator braucht es hierfür nicht. Hilfreich ist, dass der Ideenfindungsprozess auch über mehrere Tage mit verschieden besetzten kleinen Gruppen stattfinden kann, um zu Lösungen zu kommen.

Brainstorming und Mindmapping

Häufig miteinander verwechselt, bestehen große Unterschiede zwischen der Kreativitätstechnik (Brainstorming) und der optischen Darstellungsweise von Ideen und Gedanken (Mindmapping). Mindmapping ist eine schnelle und effektive Methode, um Ideen in Mindmaps aufzuzeichnen. Man braucht ein großes Blatt (DIN A3) und farbige Stifte. Der Vorteil gegenüber der linearen Textaufzeichnung liegt in der gehirngerechten Darstellung. Ein Mindmapping baut häufig auf den in einem Brainstorming gefundenen Ergebnissen auf. Das Endergebnis, die Mindmap, zeigt eine grafische Darstellung der Gedanken und ihre Verknüpfungen untereinander.

Viel Erfolg

Für welche Methode Sie sich auch entscheiden, um Ihr Ziel zu erreichen: Legen Sie gemeinsam mit dem Team vor dem Brainstorming fest, wie viele Ideen gefunden werden sollen. Das spornt an und führt nicht zu Enttäuschungen bei dieser erfolgreichen Kreativitätstechnik.

#Brainstormings sind eine gute Technik, um Ideen zu entwickeln. Sie zu meistern, ist aber gar nicht so einfach. Wie Sie ein Brainstorming-Ass werden, erklären Ihnen die Job Wizards: Link #jobwizards http://bit.ly/2Kinb9j

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